Alois Sieberer unterwegs zu den Landlern
Den Verein „Eine Welt – OÖ Landlerhilfe“ gibt es seit 1991. Jedes Jahr kurz vor Weihnachten fahren freiwillige Helfer mit den gesammelten „Schuhschachteln“ in die Landlerdörfer nach Siebenbürgen (Rumänien) und in die ukrainischen Karparten. Es ist dies eine Aktion der Freude und Verbundenheit mit den alten Österreichern, die zu Zeiten Maria Theresias dorthin ausgewandert sind oder auch ausgesiedelt wurden.
Insgesamt fuhren 50 Busse bepackt mit 15000 Packerl und Hilfsgütern von Linz ab. Zwei Gruppen fuhren nach Rumänien, Alois Sieberer, unser neuer Gemeinderat in Haibach, war heuer Teil von sechs Bussen mit 13 Fahrern, die die Landler in der Ukraine besuchten. Mitgebracht wurden neben vielen „Schuhschachteln“ auch Lebensmittel für 22 Familien, Therapie- und Patenschaftsgelder. Die 1000 Kilometer entfernte Stadt Ust-Chorna – Königsfeld – am Ende des Theresientals ist das Ziel der Reise. Endlich nach langem Aufenthalt beim Zoll dort angekommen, wird bei einer kleinen Feier in der Kirche das Friedenslicht übergeben.
Am nächsten Tag geht es in ein Seitental nach Lupochowo. Dort wurden einige Schulen und Kindergärten mit den Packerln beliefert. Es ist ein Feiertag für die Kinder dort, die nach der Geschenkübergabe dann auch frei kriegen.
Mit der Aktion „Plus“ werden Familien mit bis zu 10 Kindern mit Schachteln voller Lebensmittel unterstützt, Familien mit behinderten Kindern oder Familien, bei denen Elternteile gestorben sind.
Besucht wird auch Victoria, ein Mädchen im Wachkoma, das mit 11 Jahren von einem Schulbus angefahren wurde und seit dieser Zeit im Wachkoma ist. Die Landlerhilfe unterstützt sie mit Therapiegeräten, und von ihrer Mutter erfährt die Gruppe, dass Victoria gute Fortschritte macht.
In Deutsch Mokra, wo früher die ersten Siedler aus Bad Goisern ihre Unterkünfte bauten, besuchte die Gruppe einige Familien, die auch Lebensmittelpakete und Therapiezuwendungen bekamen. Eine andere Familie mit einem behinderten Sohn freut sich über die prall gefüllte Schachtel. Zurück dann in Königsfeld veranstalten die Volksschüler ein großes „Dankeschön-Fest“ für die Aktion. Es wurde gekocht, getanzt, gesungen und ukrainisch gespeist.
Aber viel Zeit für Feiern bleibt nicht. Alles gehört ausgeliefert aus den Bussen. Auch ein Rollstuhl für Leseja, für ein Kind das auch immer wieder unterstützt wird. Der alte Rollstuhl stand schon auf den Felgen und wurde für sie zu klein. Dazu gibt es ein Lammfell um sie zu wärmen und feste gute Stiefel.
In der Stadt Doubove stellte uns der Besuch einer Schule mit 910 Kindern vor eine große logistische Herausforderung. Aber nach 2,5 Stunden war es geschafft, dass jeder Schüler glücklich ein Packerl in den Händen hielt. Die nächsten beiden besuchten Schulen waren kleiner. Wir hatten Hefte und Kreiden mit, unzählige Nudelpackungen, Mannerschnitten und Kugelschreiber in Hülle und Fülle. Alles wurde gerecht auf die Schulen und einzelnen Kinder verteilt.
Aber zu der Reise gehören auch Hausbesuche und neue Projekte zu suchen, wobei man schnell fündig wird. Ein Kind mit einem Sehfehler braucht Unterstützung; ein junger Mann, der beim Holzfällen seinen Fuss fast verloren hat, braucht dringend Hilfe. Beim Besuch in einem Heim, welches Menschen mit Beeinträchtigungen beherbergt, stellten wir fest, dass dringend Fitnessgeräte benötigt werden: Stepper, Hometrainer und alles, was wir zuhause eh nicht mehr benutzen. Wer etwas hat, bitte bei der Landlerhilfe melden!
Und noch vieles mehr ……. Hände wurden geschüttelt, Tränen vergossen … Die Arbeit des Austeilens, des Schenkens übernehmen zu dürfen, ist eine sehr schöne Aufgabe, die einem schnell alle Strapazen vergessen läßt, die diese weite Fahrt innerhalb kurzer Zeit so mit sich bringt!
Unterstützt wird diese Aktion auch von der Firma Watzinger, die einen Bus zur Verfügung stellt.